Die 10 wichtigsten Fakten zum Brexit

1. Eisjungfrau

So wird die neue Innenministerin von Großbritannien genannt, Theresa May. Den Namen hat sie vom ehemaligen Vizepremierminister Nick Clegg erhalten. Seiner Meinung nach wäre May kalt und unnahbar. Nun wird Großbritannien seit 26 Jahren mal wieder von einer Frau regiert.

2. Little Britain

Der Brexit hat höchstwahrscheinlich zur Folge, dass das Vereinigte Königreich auseinanderbricht. Nordirland sowie Großbritannien werden dann nicht mehr zusammengehören. Ein kleiner Schock für die Schotten, wohin mit ihnen? Klar ist: Great Britain wird zu Little Britain. Die Schotten sowie Nordirland müssten dann eventuell aus der EU austreten, um dann wieder eigenständig zurück in die EU kommen zu können. Eine spannende Zeit beginnt.

3. Bregret

Unzählige Briten zeigten uns jüngst ihre Solidarität mit England und der EU: Viele hübsche Schirmchen mit der Aufschrift „I love EU“ wurden quer durch das Land spazieren getragen. Brexit? Was ist das? Bregret ist das neue Wort, abgeleitet von regret, was nichts anderes als bereuen bedeutet. Bereuen die englischen Teenager womöglich, dass sie nicht zur Wahl gegangen sind? Hätten sie es nämlich getan, wäre der Brexit vielleicht gar nicht erst gekommen.

4. Norwegen Plus

Die konservativen Briten hätten sicher alles gerne so, wie es immer war. Ganz besonders was die Wirtschaft betrifft. Denn der volle Zugang zum Binnenmarkt steht ihnen nun nicht mehr offen. Deswegen wird gerade heiß diskutiert, denn die Briten wollen noch mehr: Sämtliche EU-Vorzüge, nur ohne Vorzüge. Das geht natürlich nicht, schon gar nicht von Seiten der EU. Norwegen nämlich zahlt freiwillig für seine Vorzüge in das Budget der EU. Forderungen wie eine extra Kontrolle über die Zuwanderer werden da gleich von vornherein abgeschmettert.

5. Europa mit fünf Sternen

Ein Europa ganz nach à la carte, die Vorstellungen der einzelnen Staaten gehen hier ganz weit auseinander. Was angeboten wird, darf gewählt werden. Was das bedeutet? Europäische Integration mit Abstufungen. Alle EU-Länder können bei diesem System frei wählen, bei welchem politischen Gebiet sie gerne Mitspracherecht hätten.

6. Brefugees

Kaum ist der Brexit in Sicht, schreien die Deutschen nach den Briten. Ähnlich wie in der Flüchtlingskrise machen sie Reklame für Deutschland und schreiben (noch sind es keine Schreie) Parolen wie „Kommt her nach Deutschland, Berlin steht euch offen“. Natürlich sind damit in erster Linie große Firmen und Institutionen gemeint. Diese sollen das tun, an dem wir meistens kläglich scheitern: Geld investieren und vor allem dafür sorgen, dass die Arbeitslosenrate sinkt, nämlich Jobs beschaffen. Es sind sogar schon am Stichtag von der CDU (Bettel-)Briefe an britische Unternehmen geschickt worden. Ganz aufgeregt sind die Börsen, die nun immer öfter nach London schielen.

7. Rosinenpickerei

Angela Merkel machte nach Bekanntwerden des Brexit ziemlich schnell klar, dass es keine Rosinenpickerei geben würde. Damit meint sie, dass alle Staaten, die nun keine Pflichten mehr haben, nicht davon ausgehen dürfen, die Privilegien der EU weiterhin nutzen zu können. Alle ausgetretenen Länder sollen merklich spüren, was sie da – salopp ausgedrückt – angerichtet haben. Zudem machte sie Großbritannien klar, dass sie auch in Zukunft Flüchtlinge aufnehmen, ganz im Sinne der Einwanderungspolitik der EU. Wer sich ins eigene Fleisch schneidet…

8. Pfundig

Bislang haben die Briten erfolgreich um ihren Pound Sterling gekämpft. Nun, da sie freiwillig aus der EU ausgetreten sind, wiegt das Pfund plötzlich Tonnen…schwere Folgen. Es ist nämlich noch nicht einmal mehr 1,30 US-Dollar wert. Was heißt das für Großbritannien? Importierte Waren kosten in Zukunft deutlich mehr und auch der Auslandsurlaub wird richtig teuer für die Briten. Andererseits kommt das den Briten wiederum zugute. Jetzt kann die heimische Wirtschaft ihre Waren um einiges günstiger im Ausland anbieten. Wir der Brexit jedoch keinen Zugang zum europäischen Markt finden, dann kann man zum Pfund nur noch das gleiche wie zu den Drachmen sagen: Bye Bye.

9. Gespaltenes Europa

Gespalten und doch zusammen, das ist schon Realität. Nämlich in Form von den Staaten, die den Euro eingeführt haben, und von denen, die sich weigerten, den Euro als Zahlungsmittel einzuführen. Klaus Regling, der Chef des europäischen Rettungsringes, befürchtet nun eine Art Kristallisation einiger Staaten. Je mehr die Zentralstaaten auf Zusammenarbeit drängen, je stärker dürfte die Peripherie und das Zentrum der EU auseinanderdriften.

10. Die Abtrünnigen – nichts mit Brexit

Auch wenn Großbritannien groß und breit erklärt hat, dass sie aus der EU austreten, es gibt immer noch Gegner des Brexit, die nicht wirklich daran glauben. Sie halten an der Meinung fest, dass dies ja ohnehin nur ein beratendes Referendum wäre und überhaupt nicht bindend. Theresa May dagegen macht auch dem letzten Gegner klar: Es gibt keinen Exit vom Brexit.

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